Die Krimihomepage SPEZIAL | Klassiker des Fernsehspiels | 1966

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Irrungen - Wirrungen

Erstsendung (ZDF):
Sonntag, 16.10.1966, 20.15-22.00 Uhr

Regie:
Rudolf Noelte

Dauer/ Bild:
97', s/w

Inhalt

Bei einer sommerlichen Kahnpartie im Berlin der 1870er-Jahre treffen sich das einfache bürgerliche Mädchen Lene und der junge Leutnant Rienäcker und verlieben sich ineinander. Doch Rienäcker zwingen finanzielle Schwierigkeiten bald, sich mit einer wohlhabenden Partie zu verloben. Lene, die wusste, dass ihr Glück nicht von Dauer sein kann, findet sich damit ab ... (Text © JO, Die Krimihomepage)

Wissenswertes
Am selben Abend auch im ORF gezeigt. Wiederholt im ARD-Nachmittagsprogramm am Sonntag, 28. Juli 1968, im BR-Nachtprogramm am Montag, 6. Jänner 1969, im BR-Abendprogramm am Donnerstag, 20. Dezember 1979, im HR-Abendprogramm im Rahmen einer Fontane-Reihe am Dienstag, 8. November 1983 und im 1-Plus-Abendprogramm am Samstag, 26. April 1986. Sehbeteiligung bei der Erstausstrahlung: mittelmäßig (20%, nach anderen Angaben 26%), Zuschauerurteil: positiv (+1). Am 27. Jänner 1963 zeigte das DDR-Fernsehen eine Bearbeitung mit Jutta Hoffmann, Else Wolz, Gina Presgott, Jürgen Frohriep, Gaby Jäh, Angela Brunner, Klaus Piontek und anderen, Regie: Robert Trösch.
Kritik

Hörzu 45/1966, Seite 12: "[...] Zu fürchten war, dass der Bearbeiter Spannung hineinpfefferte, Konflikte zuschliff, Gesellschaftskritik verschärfte. Man hat derlei erlebt. Dramatisieren heißt das. Doch Rudolf Noelte tat dies nicht. Er ließ den Roman spielen, wie er ist. [...] Altes Berlin, das Leben der Gardeoffiziere und der kleinen Leute, die Mark Brandenburg, diese ganze Fontane-Welt zwang Noelte in Bilder, die die Dichtung genau deckten. Cordula Trantow machte Fontanes Sieg als Fernsehautor vollkommen. Wie sie die Lene Nimptsch zeigte, die sich mutig ihr kleines zerbrechliches Glück nimmt, so muss Fontane dieses Mädchen gesehen haben: so schlicht und so herzensklug".
Hörzu 45/1966, Seite 12 zitiert Pressestimmen: "Wer hätte das zu hoffen gewagt! Dass es wirklich ein 'Fernsehspiel' gibt, das seiner literarischen Vorlage keine Gewalt antut und sogar - erstaunlich zu sagen - Genre, Atmosphäre und Stil des Romans vollkommen adäquat widerspiegelt. (Kieler Nachrichten). Nichts blieb übrig von der rührend-einfachen Liebesgeschichte [...] Über die zwei Motive, die Fontane zur der Liebesgeschichte veranlassten, die Heuchelei des Bürgertums und die soziale Diskrepanz im 19. Jahrhundert, wurde glatt weggespielt [...] mit der Prosavorlage hatte das, trotz engster Orientierung, nichts mehr zu tun. (Frankfurter Rundschau). Es gelang dem Regisseur, den ganzen melancholischen Duft dieses Fontane-Romans samt seiner ironisch-skeptischen Gesellschaftsschilderung ins Fernsehspiel umzusetzen ... Eine neue, aber zwingende Form, aus einem schon klassisch gewordenen Roman gutes Bildschirmgold zu schlagen. (Hamburger Abendblatt). Cordula Trantow und Christoph Bantzer verkörperten eindringlich die 'Vertreter zweier Welten', die nicht zueinander finden durften. (Abendzeitung)"
'Die Zeit' schrieb am 28. Oktober 1966: "[... ] Wehe aber, wenn der Regisseur die Geschichte in eine Reader’s Digest story verwandelt, hier ein bißchen plaudern, dort ein bißchen darstellen, hier ein bißchen monologisieren, dort ein bißchen schnappschießen läßt! [...] Nun, im Fernsehspiel (Regie: Rudolf Noelte) sah man von den tausend Finessen dieser von mir besonders geliebten Arbeit, wie Fontane an Emil Dominik schrieb, nicht das geringste. Es wurden ein paar Szenen vorgeführt, die waren handfest und redlich, aber von märkischem Esprit, von Anmut, Witz und zarter Resignation hatten sie nichts. [...] Kurzum, man sah ein Spiel, das den Inhalt hatte: Edler Offizier verläßt arme Weißnäherin zugunsten standesgemäßer Partie, von Fontane aber sah man nichts. Nichts vom Streit zweier Diktionen, der Rede des Herzens und des robotergleichen Geplauders, nichts von jenem reichen Entsprechungs-Spiel, das der Autor, in Hankels Ablage, mit allzu ozonreicher Luft und klumpiger Tinte kämpfend, zwischen Lenes und Frau von Sellenthins Briefstil, zwischen dem Tonfall Madame Doerrs und Mutter Nimptschs, zwischen Giedeon und Botho sich entfalten ließ. [...] Mag der Bearbeiter so frei vorgehen, wie immer er will (schließlich sind die freiesten Transpositionen häufig die besten und in übertragenem Sinne getreusten), der Glanz des Urbildes muß erkennbar sein. Sonst wäre es besser, man tilgte den Namen des Autors".
Gong 50/1979, Seite 72 zitiert zur BR-Wiederholung die eigene Kritik: "Noelte gelang zweierlei: Er mied die Fallstricke des Sentimentalen, erzielte Bildfolgen glaubwürdiger Melancholie".

Stab

 

Besetzung Aufnahmestab
Lene Nimptsch Cordula Trantow
Botho von Rienäcker Christoph Bantzer
Frau Nimptsch Mila Kopp
Frau Dörr Katharina Brauren
Herr Dörr Konrad Mayerhoff
Kurt Anton von Osten Rudolf Kalvius
Frau von Rienäcker Gefion Helmke
Wedell Claus Eberth
Pitt Heinz Baumann
Serge Moritz Milar
Balafré Jürgen Wölffer
Wirt Reinhold Bernt
Wirtin Lili Schoenborn-Anspach
Johanna Christiane Maybach
Isabeau Evelyn Meyka
Margot Vera Hesse
Käthe von Sellenthin Petra von der Linde
Gideon Franke Herbert Mensching
Offiziersbursche Klaus Münster
Friedhofswärter Erich Dunskus
Erste Frau Else Eher
Zweite Frau Lilo Zabke
Ein älterer Mann Harry Gillmann
Frau von Sellenthin Charlotte Brummerhoff
Erster Pfarrer Gerhard Teske
Zweiter Pfarrer Friedrich W. Nadolle
Erster Handwerksbursche Christian Pampé
Zweiter Handwerksbursche Olaf Karas
Graf Erhard Stettner
Rudolf Gunther S. Lange
Lina Ganzauge Doris Dahms
Magd Uta Radeke
Sprecher Paul Edwin Roth
Fernsehfilm nach dem Roman von Theodor Fontane 
von Rudolf Noelte
Szenenbild Emil Halser
Musik Herbert Trantow
Kamera Wolfgang Treu
Regie Rudolf Noelte
Eine Produktion des SFB

Diese Seite wurde zuletzt bearbeitet am: 05.03.2016

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